5 Gründe warum Sie bei einem Microsoft Lizenzaudit in Erklärungsnot kommen

In den letzten Jahren durfte ich unzählige Firmen bei Lizenzaudits bzw SAM (Software Asset Management) Projekten begleiten. Und…, es waren immer ähnliche Fehler, die IT-LeiterInnen in Verlegenheit brachten. Hier fünf typische Lizenzfehler…

1. Kein qualifiziertes Betriebssystem

Peter Schatz
Peter Schatz

Bei jedem Basistraining eine der ersten großen Punkte, und trotzdem wird es immer wieder falsch gemacht bzw. interpretiert: Clients, also Notebooks und Workstations, ohne OEM Windows Betriebssystem zu kaufen, ist auch bei großen Unternehmen einer der häufigsten Fehler. Dabei können die Ausprägungen unterschiedlich sein. Manche kaufen Geräte tatsächlich ohne Windows, also komplett nackt. Und manche kaufen aus Kostengründen Geräte mit Windows Home, das sich jedoch nicht als qualifiziertes Betriebssystem eignet.

IT-Profis fragen sich nun, wie ein Windows Home in eine Firmendomain integriert werden soll? Richtig, das geht nicht. Aber die meisten Firmen installieren ohnehin ein “frisches” Windows Professional aus einem Volumenlizenzvertrag. Leider entspricht diese Vorgehensweise nicht den Microsoft Lizenzregeln.

Hinweis: In drei von fünf Fällen ist die firmeninterne Kommunikation für diesen Fehler verantwortlich. In der Praxis läuft es so, dass die IT-Abteilung ein Gerät auswählt und die Eckdaten des Gerätes dem Einkauf übermittelt. Das kleine Detail, dass das Gerät mit dem richtigen Betriebssystem gekauft werden muss, geht hier oft verloren. Was dann kommt, wissen Sie schon…

TIPP: Wer sein Gerät mit OEM Windows 10 Pro kauft und eine neue Installation ausrollen möchte, der kann das mit nur einer Volumenlizenz für alle seine Geräte. (Re-Image Recht). Infos dazu: peter.schatz@rocket-crocodile.com

2. Windows Server Standard und aktiviertes Loadbalancing, Live Migration (Hyper-V, KVM) bzw. vMotion (VMware)

Kurz und bündig erklärt: Microsoft geht davon aus, dass bei aktivem vMotion bzw. Live Migration jede virtuelle Maschine zu jedem Zeitpunkt auf jedem Host laufen kann. Da man das Windows Server Betriebssystem nur alle 90 Tage auf einen anderen Host verschieben darf, muss auch jede dieser Eventualitäten lizenziert werden.

Ein Beispiel: Sie haben einen VMware Cluster mit drei Hosts und aktiviertem vMotion. Die Hosts sind die physischen Server und auf jedem dieser Server laufen vier virtuelle Maschinen mit Windows Server Betriebssystem. Jeder Server hat zweimal 8 Cores, also insgesamt 16.

Problemstellung: Wie viele Windows Server Standard 2Core Paks benötigen Sie?
144 2Core Paks, nur wie komme ich auf diese Zahl:

Anzahl aller virtuellen Maschinen (VMs) im Cluster multipliziert mit der Anzahl Core pro Host wiederum multipliziert mit Anzahl der Hosts im Cluster.

12 VMs x 16 Cores x 3 Hosts = 576. Mit jeder Standard Lizenz darf man zwei VMs betreiben, daher 288. Die Bestellnummer von Windows Servern beinhaltet 2Cores Paks (es gibt auch 16Core Paks), bleiben 144. Ist vMotion nicht aktiv, sind nur 48 2Core Pak notwendig. In Zahlen bedeutet das:

  • vMotion aktiv = 144x 9EM-00653 WinSvrSTDCore 2019 SNGL OLP 2Lic NL CoreLic EUR 139,00 = EUR 20.016,00
  • vMotion inaktiv = 48x 9EM-00653 WinSvrSTDCore 2019 SNGL OLP 2Lic NL CoreLic EUR 139,00 = EUR 6.672

TIPP: In diesem Fall wäre der Umstieg auf Datacenter mit EUR 18.996,00 schon günstiger als die Standard Lizenzierung. (alle Preise im Beispiel sind Euro Listenpreise exklusive Mehrwertsteuer)
Bei Fragen können Sie mich auch anrufen: +43 660 4223 005

3. Die Applikation braucht nur eine SQL Cal

Viele IT-Leiter verlassen sich auf die Aussagen von Applikationsherstellern, nach denen nur der „eine“ Zugriff der Applikation auf den SQL Server lizenziert werden müsse. Typischerweise wird dann eine SQL Server Lizenz und eine Device Cal angekauft.

Es sind jedoch auch alle indirekten Zugriffe von MitarbeiterInnen zu lizenzieren was deutlich höhere Lizenzkosten verursacht als vom App-Hersteller versprochen.

Dabei kann entweder die Server + CAL Variante mit Lizenzierung jedes Users bzw Devices gewählt werden, oder die Core Variante, die unlimitierten Zugriff zulässt.

In der Praxis sind drei Entscheidungskriterien für die SQL Core Lizenzierung von Bedeutung:

  • Wie ist meine SQL Strategie?
  • Kann ich meine User bzw Devices beziffern (User aus dem Internet!!)?
  • Was ist billiger? Habe ich schon CALs?

Veritables Tool zum Abstecken des Bedarfs ist der „Free and Easy SQL Kalkulator“. Entscheidungshilfe gefragt – gerne schicke ich Ihnen das Tool – schreiben Sie mir

4. Hyper-V ist kostenlos!?

Ja stimmt, Microsoft Hyper-V ist kostenlos, ebenso wie vSphere Hypervisor. Um nicht jeden Host separat managen zu müssen, wird jedoch ein Verwaltungstool benötigt. In der Microsoft Welt heißt dieses Managementwerkzeug, das zur System Center Familie gehört, Virtual Machine Manager oder kurz VMM. Da der VMM zu System Center gehört, muss dieser auch separat lizenziert werden, was ungeplante Kosten verursacht.

5. SQL und Office Server ohne Lizenzmobilität

Ohne Lizenzmobilität, die man u.a. mit Microsoft Software Assurance (SA) erreicht, darf man oben angeführte Server nur alle 90 Tage auf einen anderen Host verschieben. Das wiederum setzt voraus, dass mit aktivem vMotion bzw. Live Migration der Kauf von “SA” zwingend notwendig ist. Konkret bedeutet das: haben Sie SQL Server, Exchange Server, Sharepoint Server oder Skype for Business Server ohne Software Assurance gekauft, sind Sie vermutlich falsch lizenziert.

Fazit

Möglicherweise haben Sie eines Ihrer Problemfelder wiedererkannt. Die oben angeführten fünf Punkte sind nur die Spitze des Eisberges bei Lizenzierungsfehler. Bei der Erarbeitung einer Lizenzstrategie sind weitaus mehr Details zu bedenken, um nicht in die Compliance-Falle zu tappen.

Bei Interesse an unserem Lizenzierung-Angebot schreiben Sie mir oder rufen Sie mich an +43 660 4223 005

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